Krieg in der Ukraine – So kannst du helfen

 
Der Krieg in der Ukraine hat in den letzten Woche ein erschreckendes Ausmaß angenommen. Seit Wladimir Putin seine Militäroperation gestartet hat, befindet sich die Ukraine in einem absoluten Ausnahmezustand. Die Angst vor einem militärischen Großangriff Russlands ist zur Realität geworden. Männliche Staatsbürger im Alter von 18-60 Jahren wurden zur Wehrpflicht einberufen, Frauen und Kinder flüchten vor Explosionen und Straßenkämpfen in Nachbarländer. Über Tausende Zivilist*innen sollen bereits ums Leben gekommen sein. Länder auf der ganzen Welt zeigen ihre Solidarität und viele internationale Organisationen und Firmen unterstützen die Ukraine bereits aktiv. In diesem Artikel erklären wir dir, wie auch du schnell und direkt helfen kannst.

 

von Helena Erol 03.03.2022

 

Was ist in der Ukraine eigentlich los?

Es herrscht Krieg in Europa. Und das nicht erst seit letzter Woche, sondern schon seit fast einem Jahrzehnt. Seit 2014 werden die Volksrepubliken Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine von russischen Separatisten besetzt und verwaltet. Das Minsker Abkommen, unterzeichnet im Februar 2015, sorgte bis vor Kurzem für Waffenruhe und somit für Befriedung des Konflikts in den Separatistengebieten. Doch die Situation eskaliert, als der russische Präsident Wladimir Putin jene Regionen als unabhängig erklärt und kurz darauf einen Angriff auf die Ukraine anordnet. Um dich genauer über die Lage zu informieren, kannst du dich hier einlesen.

 

Achtung vor „Fake News“!

In den sozialen Medien kursieren momentan unzählige Fotos und Videos von flüchtenden Menschen, Explosionen und Protesten. Diese Fotos und Videos lösen Emotionen in uns aus und wir sind dazu verleitet, jenes Material weiterzuverbreiten. Das ist grundsätzlich menschlich, doch kann schnell in Kriegspropaganda ausarten. Putin zeigt durch seine Zensur selbst, warum bei der Medienverbreitung Vorsicht geboten ist: Begriffe wie „Krieg“ und „Invasion“ sind in der Berichterstattung der russischen Staatsmedien verboten. Stattdessen soll von einer „Friedensmission“ gesprochen werden. Es ist also wichtig, sich über die aktuelle Situation aus sicherer Quelle zu informieren. Die Suchmaschinen Firefox und Chrome stellen das Tool "Search by Image“ zu Verfügung, mit diesem lassen sich Bilder einfach zu ihrem Ursprung zurückverfolgen. Auf der Internetseite „Ukraine verstehen“, ein Projekt des Zentrums Liberale Moderne, wird umfassend und wahrheitsgemäß über die Ukraine-Krise aufgeklärt.

 

Spende Geld und ermögliche Erstversorgung

Ziel der Caritas ist es, den Betroffenen der Ukraine-Krise so schnell wie möglich zu helfen: Um dringend benötigte Dinge wie Wasser, Lebensmittel und Medikamente vor Ort zu besorgen, wird deshalb vor allem um Geldspenden gebeten. Die Caritas ist bereits seit 30 Jahre in der Ukraine aktiv und unterstützt dort mit 1000 Mitarbeiter*innen unter anderem die Verteilung von Lebensmitteln und die Pflege älterer Menschen sowie Kinder. Mit immer drastischeren Angriffen und Kriegshandlungen steigt der Hilfebedarf massiv. Ein Beitrag von dir würde also gerade jetzt Großes bewirken. Minderheiten in der Ukraine wie People of Colour, Mitglieder der LGBTQ+ Community und Menschen mit Behinderungen sind momentan besonders gefährdet. Um diese marginalisierten Gruppen zu beschützen, spende an Hilfsorganisationen wie OutRight Action International und Fight for Right.

Bei diesen österreichischen Organisationen kommt deine Geldspende außerdem sicher an: Rotes Kreuz, SOS Kinderdorf, Diakonie, Ärzte ohne Grenzen, Care, Volkshilfe

Unterstütze Sachspendenaktionen in deiner Nähe

 Auf Facebook & Co. werden täglich neue Sachspendenaufrufe für die Betroffenen der Krise gestartet. Du kannst dich bei deiner Gemeinde über Abgabestellen in deiner Nähe informieren oder du meldest dich bei der Initiative „füreinand‘“ online an und wirst per Newsletter informiert, was gerade wo am dringendsten gebraucht wird. Auch viele andere haben Spendenaktionen gestartet wie die Ukrainische Community in der
Postgasse, Train of Hope,
der Radiosender 88.6 und die Universität für Angewandte Kunst in Wien. Es werden hauptsächlich Hygieneartikel, Medikamente, haltbare Lebensmittel und Schlafsäcke benötigt.

 

Biete Unterkunft und Transportmöglichkeiten

Laut UNHCR sind bereits über 870.000 Menschen aus der Ukraine nach Polen, Moldau, Rumänien und in die Slowakei geflüchtet. An den Grenzen sorgen verschiedene Organisationen und Einheimische für die Erstversorgung der Geflüchteten. Da keiner weiß, wie sich die Situation in der Ukraine weiterentwickeln wird, brauchen viele Ukrainer*innen jetzt dringend eine vorübergehende Unterkunft. Wenn du Hilfe anbieten möchtest und über eine leer stehende Immobilie bzw. Räumlichkeiten in Österreich verfügst, dann melde dich bitte bei der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) unter [email protected]. Oder du meldest dich bei der internationalen Website „Host4Ukraine“ an. Es werden außerdem dringend Transportmöglichkeiten von den ukrainischen Grenzgebieten in die Nachbarländer gebraucht. In verschiedenen Facebook Gruppen sowie in dieser „Support Ukrainian Refugees in Romania“ oder in dieser „Accommodation, Help & Shelter for Ukraine“ kannst du deine Hilfe als Übersetzer*in oder Transporteur*in anbieten. Auch das Teilen dieser Gruppen und Websites kann viel bewirken.

 

Zeige Solidarität und geh auf die Straße

Um ein Zeichen gegen Krieg und für Solidarität zu setzen, kannst du an friedlichen Protesten teilnehmen. In ganz Österreich finden momentan Demonstrationen statt. Letzten Samstag wurden in Wien Tausende Demonstrant*innen gezählt. Auch am kommenden Sonntag, den 06. 03., soll in Wien wieder ein Marsch für Frieden in der Ukraine veranstaltet werden. Es ist wichtig, den Ukrainer*innen in Österreich zu zeigen, dass wir Stellung beziehen und Mitgefühl haben.

 

Sonstiges

Es entstehend laufend neu Initiativen und auch wir entwickeln unsere Hilfangebote die Menschen in der Ukraine und auf der Flucht laufend weiter. Folge uns auf Facebook oder Instagram und bleib am Laufenden.

Eine Idee entstand an einem Abend, an dem uns Caritas Mitarbeiter*innen die Worte fehlten, weil Kolleg*innen aus der Ukraine Bilder von Kindern in Schutzkellern schickten. Wir wissen alle oft nicht, was wir darauf antworten oder fragen sollen - wir würden gerne noch mehr tun als Hilfspakete ausgeben - wir würden gerne noch mehr Menschlichkeit und Mitgefühl vermitteln.

Da kam die Idee ukrainische Kindergeschichten einlesen zu lassen, um ein wenig Ablenkung für die Kinder zu schaffen. Aus der kleinen Idee wurde ein Podcast mit Kindergeschichten auf Ukrainisch und Russisch, eingelesen von Personen aus ganz Österreich von der Kinderbuchautorin bis zur Opernsängerin.
 
Die Geschichten sind für
• Kinder, deren Kindheit gerade erschüttert ist,
• Helfende, die Kinder betreuen, aber nicht die gleiche Sprache sprechen,
• ein Europa des Friedens.
 

Helena Erol

Helena schreibt über aktuelle Themen, die die Community beschäftigen. Lies hier mehr von Helena